Freie Sicht auf Stadt und Schloss

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Alle Finger sind noch dran...

Wie in jedem Jahr sollen - und wollen natürlich! - die SchülerInnen der Abgangsklassen einen halben Tag gemeinnützig tätig sein. Ganz im Sinne unseres Schulmottos "Gemeinschaft - Leistung - Lebensfreude" zogen also an einem heißen Junitag motiviert und tatkräftig fünf Männer und eine Frau, bewaffnet mit Sägen, Macheten, Astscheren, Beilen und Zeckenspray, begleitet von einem Lehrer, in den Nossener Stadtwald am Rodigt. Unser Ziel war es, die zugewucherte Aussicht auf Stadt und Schloss zumindest so frei zu schneiden, dass sie ihren Namen "Stadtblick" wieder verdient.

Die Dschungelkämpfer

Oben angekommen merkten wir schnell, dass kurze Hosen nicht die geeignete Kleidung für solch einen Einsatz sind. Trotzdem stellten wir uns den Prüfungen unseres "Dschungelcamps". Die Brombeerranken wehrten sich vergeblich, gegen die Machetenschläge von Hannes, Max und Noah hatten sie keine Chance. Aber die dickeren Stämme erforderten schon mehr Energie. Also ran ans Unterholz! Das hängige Gelände machte es nicht leichter, doch Johann, Johanna und Mick ließen sich nicht abschrecken. Mit Baumsäge, Astschere und Beil kämpften sie sich voran, bei der Hitze ein schweißtreibendes Unternehmen. Johann entpuppte sich als Kletterkünstler und widmete sich bevorzugt den höheren Ästen. Dabei wurde so einigen klar, was Hebelgesetz und Biegespannung in der Praxis bedeuten, dass man beim Sägen schon darauf achten sollte wo man ansetzt und was es heißt wenn "die Säge klemmt".

In der Hoffnung, dass bei der Rückkehr noch alle Finger und Zehen dran sind, musste der Lehrer erst einmal zum Unterricht in die Schule. Als er zwei Stunden später wieder auftauchte war das Ergebnis schon deutlich sichtbar. Ein Fenster im Dschungel eröffnete die gewünschte Aussicht. Die Amateur-Waldschrate hatten gut zugelangt. Das umgelegte Gehölz schichteten wir zu einer Benjeshecke auf. Auch einige etwas dickere Stämme, Birken und Eschen, waren schon gefallen, aber alles im Rahmen der Gehölzschutzregelungen. Zum Schluss fehlte noch eine Sichtachse zum Schloss, da musste dann auch der Lehrer mit zufassen bis die jungen Stämme am Hang fielen.

Hoffen wir, dass dieser Platz auch für die Nossener ein Ort zum Verweilen wird, insbesondere dann, wenn der Rodigtturm wieder steht.

Alles in allem war das ein gelungener Einsatz, bei dem die Beteiligten ihren Spaß hatten und die Fitness nicht zu kurz kam. Das Gelände verträgt noch ein paar mehr Arbeitsstunden, im nächsten Jahr kommen wir mit den neuen 12ern sicher wieder.

Johannes Piontek, Gymnasium Nossen

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