Beiträge aus der Bibliothek
Büchervorstellungen, Reviews und Empfehlungen
Gestatten,

dies ist ein japanischer Comic, auch genannt Manga. Oder gleich mehrere davon. Seit Anfang Oktober 2019 konnte in dem Sortiment der Bibliothek durch die Einführung der belletristischen Unterkategorie R 70 ein großes Loch gestopft werden. Bis zu dem Zeitpunkt fragte man vergeblich nach Comics, weder mit “Mosaik” noch “Asterix” konnte die Bibliothek auftrumpfen - zugegeben, das kann sie heute immer noch nicht.

Doch in der heutigen Zeit sind diese bunten oder schwarz-weißen, kleinen Heftchen nicht mehr wegzudenken, gerade um Büchermuffel an das Medium wieder heranzuführen.

Ein Mangaband umfässt im Durchschnitt etwa 180 Seiten - keine sonderlich erschlagende Zahl. Und genauso gering ist der zeitliche Aufwand, natürlich immer abhängig von dem Leser. Das hört sich auf jeden Fall eher machbar an als ein Moby Dick mit achthundert Seiten.

Auch bekommt man andere Geschichten erzählt, aus anderen Perspektiven, vielfältiger. Die Schwierigkeiten liegen hier wo ganz anders. Der Mangaka, also der Autor und gleichzeitig Zeichner eines Mangas, muss es schließlich schaffen die Figuren, ihren Charakter und ihre Gefühle, sowie die Geschichte und die Umgebung, in jeder einzelnen Zeichnung genau wiederzugeben und auszudrücken, jeder Dialog muss klug geschrieben sein, lange Ausführungen sind nicht möglich. Ein Manga ist mit genauso viel Arbeit und Mühe verbunden wie ein herkömmliches Buch, nur das diese Anstrengungen oft übersehen werden. Und doch werden viele Geschichten über dutzende Bände hinweg erzählt, wie zum Beispiel “Inu Yasha” von Rumiko Takahashi, der teilweise in der Bibo zum Ausleihen zur Verfügung steht, mit einer Länge von 56 Bänden - und jeder einzelne ist ein Abenteuer. So verhält es sich mit den meisten Mangareihen. Es ist möglich, sich leserisch in eine phantastische Welt zu stürzen, ohne mehrere Stunden an ein Buch gefesselt zu sein.

Mit Comics gewinnt man eben die Leserschaft, die sich vorher gar nicht oder wenig mit dem Thema “Lesen” auseinandergesetzt hat. Sie regen die Kreativität und das Interesse an mehr an.

Doch man sollte sich in Acht nehmen: Wer einmal diese Welt betritt, kommt oftmals nicht zurück!

Die Sagen- und Märchenwelt der Bibliothek

Das unsichtbare Abteil

Dass Märchen nicht unbedingt etwas für Kinder sind, zeigen uns immer wieder die Gebrüder Grimm: Sich einen Zeh abzuschneiden, um sich einen tollen Hengst zu fangen, könnte man übereifrig nennen, aber wirkt doch eher verstörend. Oder ein über einem Tor aufgehängter Pferdekopf, der ab und zu etwas zu sagen hat. Selbst ein andersen’sches Mädchen, das eigentlich nur Streichhölzer verkaufen sollte, endet tragisch.


Sagen, Märchen, Fabeln, Erzählungen sind trotz all der gelegentlichen Grausamkeit ein Kleinod, eine Identifikation jedweder Kultur des Planetens. Ohne sie würde uns eine Brücke zu unserer Vergangenheit fehlen: Wie würde das Leben aussehen, wenn es keine “Grimms Märchen” geben würde?
Und wie uns Frau Holle das Tor in die eigene Geschichte öffnet, so gewähren uns die Überlieferungen anderer Länder ebenfalls Einblick in die Lebensart fremder Kulturen. Märchen können nicht nur eine Gutenachtgeschichte, sondern auch ein Austausch verschiedener Nationen sein. Sich begegnen, Verständnis entwickeln, verstehen, schätzen lernen.
Ob ägyptische, brasilianische, chinesische, dänische, israelische oder vietnamesische Erzählungen, Griechische oder koreanische Sagen, aus Sachsen, von der Nordsee oder der Osterinsel, Geschichten über Rübezahl, Münchhausen oder Homers Ilias - das alles und noch so, so viel mehr gibt es zum Entdecken in der Bibliothek, für alle sichtbar und doch vor allen Augen versteckt: 1. Etage, links, zweites Regal unten.
Was es euch kostet? Höchstens das Erklimmen von ein paar Treppenstufen.
Was es euch bringt? Eine Reise quer über den Globus und das Gefühl, dem Mysterium des geschriebenen Worts etwas näher gekommen zu sein.

Aldous Huxley: Schöne, neue Welt

Eine Zukunft, in der die Gegenwart abstößt - Utopie oder Dystopie:
Schöne, neue Welt von Aldous Huxley

Schöne, neue Welt. Ist das nicht die Definition einer Utopie, einer Welt, die wir uns alle wünschen? Etwas schönes, etwas neues? Vielleicht ein Neuanfang in diesen zerrissenen, aufwühlenden Zeiten? Ja, wie ein neuer Start kommt Huxleys Welt einem vor. Aber einer ohne Vergangenheit, ohne unsere Vergangenheit, ohne Religion, ohne Familie. Eine, die man sich nicht wünschen würde.
Die ersten Seiten sind quälend, einfach hineingeworfen in eine Zeit fünfhundert Jahre in der Zukunft, zu viele Fremdwörter, zu unverständlich. Doch steht diese Unverständlichkeit auch dieser Welt und ihrer Ordnung gegenüber, umso weiter sie sich offenbart. Kalt. Abweisend. Dystopisch.


Mit diesem Roman trifft Gegenwart mittels Vergangenheit auf die Zukunft: Huxley veröffentlichte 1932 eine Geschichte, die sich für einen Bürger des Jahres 2020 anfühlt, als stamme sie aus eben diesem Jahr. Die angesprochenen Themen sind brisanter, gegenwärtiger denn je. Themen, mit denen sich nicht nur die Literatur auseinandersetzt. Der Homunculus in der Flasche, die absolute Segregation und Kontrolle von Menschen, der Eintausch von Freiheit gegen Sicherheit, Glück für alle.
Utopischer Gedanke: Alle Menschen könnten glücklich sein, aber zu welchem Preis?
Oft baut Glück auf Unglück auf, so auch in Huxleys Roman, doch dieses Unglück kann weder von einem Epsilon noch einem Alpha Plus wahrgenommen werden, so totalitär und endgültig ist das System.
Das ultimative Kastensystem: Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon. Vorbestimmt, wie viel du wert bist. Dein Tod wird nicht betrauert, sondern gefeiert, weil du für die Gemeinschaft immer noch nützlich bist. Das Individuum ist nichts, die Gesellschaft ist alles. Ein Konstrukt, hervorgerufen von jahrhundertelanger Forschung, unüberwindbar, für das Glück aller, zum Leidwesen von familiären Gefühlen, dem Urinstinkt jedes Lebewesens und Worten wie “Freundschaft” und “Liebe”.
Aber kann man das überhaupt echt nennen, wenn die Menschen Drogen wie Kopfschmerztabletten schlucken, um glücklich zu sein?
Aldous Huxley kreiert eine Welt, die hoffentlich niemals Realität wird, eine Welt, die in allem so unwiderruflich falsch und menschenverachtend ist.
Dystopisch.
Ein dystopischer Roman wie Orwells “1984” oder Zehs “Corpus Delicti”, den Genre interessierte Leser nicht verpassen sollten.

Es ist wohl kaum möglich, diesen Roman in wenigen Worten zusammenzufassen, und das auch noch verständlich, aber hoffentlich konnte ich bei dem einen oder anderen Interesse wecken. Das Buch wartet auf euch in der Bibliothek.
Außerdem liefert es viel Gesprächsstoff, um miteinander zu diskutieren.
Wer von sich behauptet, dem Englischen nicht nur mächtig zu sein, darf es auch gerne wagen den Originaltext zu lesen. Die englische Ausgabe ist ebenfalls vor ort.           - Emilie Förster

Aktivitäten in der Bibliothek

Der Vorlesewettbewerb 2020

Das Buch ist für die heranwachsende Generation nicht weniger notwendig als die Schule.“ (Krupskaja)

Wohl wahr, und darum widmeten sich einige Schüler der fünften, sechsten und siebten Klassen dem alljährlichen Vorlesewettbewerb. Zwölf Schüler und drei Jurymitglieder versammelten sich am 9. Dezember an dem thematisch passensten Ort, der Bibliothek. Doch nicht alles lief glatt: Ein Schüler kam zu spät, eine andere Schülerin hatte von ihrem Glück gerade erst erfahren und war verständlicher Weise nicht besonders gut vorbereitet. Aber kaum hatten sich die Wogen geglättet, konnte es ohne weitere Unterbrechungen weitergehen.

Die Aufregung und Anspannung war deutlich spürbar, aber viele Vorleser ließen es sich nicht anmerken. Neben einem verrückten Klassenzimmer, in dem mehr als nur merkwürdige Dinge vor sich gehen, durften wir auch bei Katzenkriegen dabei sein und fröhliche Weihnachten mit einem echten Schmusekater verbringen. Nicht bestellte Kindermädchen wurden geliefert und stinkender Käse bei der Gepäckkontrolle am Flughafen entdeckt. Natürlich durften auch die drei berühmt-berüchtigten Ermittler nicht fehlen, sowie ihr weibliches Pendant.

Nach den viel geübten Buchstellen, wurden nun die Teilnehmer mit den unvorbereiteten Texten auf die wirklich harte Probe gestellt. Wacker stellten sich alle entweder den drei kleinen Kobolden, mutigen Eulenkindern oder der Frage um Liebe und Religion.

Doch wie es leider nun einmal bei Wettkämpfen so ist, musste entschieden werden, wer auf das imaginäre Podest steigen durfte und wer nicht. Nach langen Überlegungen kam die Jury zu den folgenden Gewinnern:

Frieda (5. Klasse), Florentine (6. Klasse) und Lioba (7. Klasse).

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank, dass ihr uns an eurem Können teilhaben ließt.

In der Schulbibo ist immer was los: Mordfall im Gymnasium Nossen gelöst!

In den Herbstferien 2019 ereignete sich etwas Grausiges in den Mauern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Nossen! Ein unbekannter Täter versuchte Bücher aus der aktuellen Halloween-Ausstellung der Bibliothek zu entwenden. Auf der Flucht erstach er Caesar Schlang-Schlang, der sich dem Dieb mutig entgegenstellte. Nach stundenlangem Briefing, der Befragung von magischen Kastanien, schlauem Kombinieren und gründlichem Eruieren sammelten engagierten Jung-Ermittler genügend Be- und Hinweise, um den Verbrecher zu finden. War es nun Puck van der Socke, die lokal ansässige Schulmaus, Othello MacMeer, das akademische Meerschweinchen, oder doch Brutus Entoman, die so lieblich lächelnde Ente?
Alles deutete auf einen Einzigen: Es war die Ente! Der Fall geriet direkt vor das animalische Gericht und der Richter verhängte eine lebenslange Haft in der nächstgelegenen JVzA (Justizvollzooanstalt).
Wie man sieht, lesen die Schüler nicht nur in der Bibliothek: Neben Detektiv spielen, Origamilesezeichen basteln und dem alljährlichen Adventskalender, ist es den Schülern möglich, im stressigen Schulalltag in der Bibo eine ruhige und kreative Oase zu finden. Ob nun aufgrund einer themenbasierenden Ausstellung eine Runde Go zu spielen oder herbstliche Haiku-Gedichte zu schreiben - innerhalb dieser vier Wände passiert mehr, als man denken mag.
                                                                                                                    - Emilie Förster

Ceasar Schlang-Schlang ermordet   Der Täter Entoman

Buch der Woche
#5 A.M. Jenkins: Schattenliebe

Evan zieht mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester in ein altes viktorianisches Haus. Begeistert ist er nicht gerade, doch seit dem Einzug träumt er jede Nacht von diesem einen Mädchen, das vor hundert Jahren in diesem Haus starb. Was Evan nicht weiß, Coras Geist ist genauso von ihm faziniert.

Ein altes Haus, ein Geist - im ersten Moment klingt das nach den perfekten Zutaten für eine Gruselgeschichte. "Schattenliebe" hat aber wenig mit diesem Genre gemein. Auf gut zweihundertvierzig Seiten begegnet uns eine Geschichte, die so voller Eigenarten steckt und gleichzeitig Balsam für die Leserseele ist. Fast schon meditativ führen die zwei Erzählstränge durch Gegenwart und Vergangenheit, Dies-und Jenseits, Glück und Gräul. Träumerisch, lebendig, passiv.

Anders - das wäre wohl das Wort, mit dem ich das Buch am besten beschreiben könnte. Ich hatte mit etwas anderem gerechnet, mit einer anderen Geschichte, einem anderen Ende. Überraschend, aber nicht enttäuschend hat mich das Buch getroffen. Trotz einer gewissen Einfachheit, Klarheit, war ich Teil eines Tagtraums, der so abrupt endet, wie er angefangen hat.

"Schattenliebe" ist perfekt für ein paar ruhige Stunden, zum Eintauchen in unsere und doch eine andere Welt.

Bibogeprüft

 

#4 David Levithan: Letztendlich sind wir dem Universum egal

A ist nicht normal, A wacht jeden Morgen in einem anderen sechzehnjährigen Körper auf. “Verändere nichts, hinterlasse keine Spuren.” ist A’s Motto, um durch dieses Leben zu kommen. Bis zu der Begegnung mit Rhiannon. Kann so eine Liebe funktionieren? A muss es versuchen, auch wenn man dafür gegen seine grundlegendsten Prinzipien verstoßen muss.

“Letztendlich sind wir dem Universum egal” ist ein Jugendroman geschrieben von David Levithan, der unter anderem auch schon mit dem Autor John Green zusammengearbeitet hat. 2012 erstmals veröffentlicht, gibt es das Buch mittlerweile schon seit acht Jahren auf dem Lesemarkt. Es dreht sich um alltägliche Themen wie Familie, befasst sich aber auch mit aktuellen wie Geschlechtliche Identität, Liebe über das Geschlecht hinaus und den Instinkt des Menschens, sich immer auf die Unterschiede und nie auf die Gemeinsamkeiten untereinander zu berufen.

Warum man die Finger vom Film lassen sollte: Die eindeutige Stärke der Geschichte liegt in dem ständigen Wechsel des Körpers - mit jedem neuen Tag taucht A in ein neues Leben ein. Ob Metal-Fan oder stark Gläubiger, eine absolute Schönheit oder Musikexperte. Mit jedem neuen Tag darf der Leser in eine neue Hülle eintauchen, ohne den Kern zu verlieren. Die Spannung, die dadurch erzeugt wird, lässt nie nach. Diese vielen kleinen Geschichten, für die sich viel Zeit gelassen wird, fehlen in dem mehr als enttäuschenden Film komplett. Auch wird die schlüssige Reihenfolge des Buchs über den Haufen geworden und nimmt ganz andere Formen an. Der wirklich spannende Teil weiter am Ende der Geschichte wird weggelassen und das Schauspiel wirkt sowohl mit der deutschen Synchronisation als auch im englischen Original wenig überzeugend. Dinge werden unnötig dazugedichtet, statt am nah an der Vorlage zu bleiben.
Während die Verfilmung nur noch ein Teenager-Drama in einer langen Liste ist, sticht das Buch deutlich hervor. Der leichte Schreibstil lädt dazu ein, sich viele Stunden am Stück festzusagen. Die Seiten ziehen nur so an einem vorbei - man merkt gar nicht wie schnell die Zeit vergeht.

Somit steht am Ende ein Buch voller Gefühle, toller Charaktere und dem typischen Amerikanischem Leben, wie man es sich vorstellt.

Bibogeprüft

#3 Michael Gerard Bauer: Nennt mich nicht Ismael

Eine mitreißende Geschichte über Freundschaft und Zivilcourage, besser als jeder Film, ein kluges, unwiderstehliches Buch.

Ismael hat seinen Namen der Liebe seiner Eltern zu "Moby Dick" zu verdanken. Diese Geschichte ist Ismael sehr peinlich. In der Schule wird ständig auf seinem Namen herumgeritten. Barry, Fiesling Nr. 1 der Schule, lässt keine Gelegenheit aus, Ismael lächerlich zu machen. Ismael möchte am liebsten unsichtbar sein.

Alles ändert sich als James in die Klasse kommt, der kleine kauzige Kerl sieht aus, als wäre er jetzt das perfekte Mobbing-Opfer. Doch die Bande um Barry beißt sich an ihm die Zähne aus. Ismael ist beeindruckt.

Mitreißend und mit scharfem Blick auf unfreiwillige Komik erzählt Ismael seine Geschichte. Seine Schilderungen, die an Worten und Originalität nichts vermissen lassen, sind einfach köstlich.

Der Autor treibt die Geschehnisse meisterhaft auf die Spitze und reizt den Leser zu regelrechten Lachanfällen. Die Mitschüler Ismaels werden so liebevoll charakterisiert, dass es falsch wäre, dieses Buch nur als witzig zu bezeichnen. Es geht auch darum, Menschen wie Barry Grenzen aufzuzeigen. Ismael ist ein sympathischer Held, in dessen Probleme und peinlichen Erlebnissen sich der Leser gut hineinversetzen kann. Das Buch greift das ernste Thema Mobbing auf, ohne es bleischwer werden zu lassen und dennoch werden die Schikanen von Barry nicht bagatellisiert.

Covergestaltung und Buchtitel laden nicht gerade zum Lesen ein. Nach dem Lesen gefiel mir der Titel aber besser.

Das Buch erzählt witzig und spritzig, man sollte sich dieses Leseerlebnis nicht entgehen lassen.

Bibogeprüft!

                                                                                                         - Fr. Dietrich

#2 Mirjam Pressler: Shylocks Tochter

Mirjam Pressler: Shylocks Tochter

Shakespeare ist wahrlich ein Meister des geschriebenen Worts. Daher ist es kein Wunder, dass er Autoren auf der ganzen Welt inspiriert. Mirjam Pressler ist eine davon:
Bereits durch “Nathan und seine Kinder” kennt man die Schriftstellerin, mit “Shylocks Tochter” aber erkennt man erst, wie viel in ihr steckt.


“Der Kaufmann von Venedig” ist vielleicht eines der wenigen Shakespeare-Werke, das man nicht eindeutig einordnen kann: Ist es eine Komödie oder eine Tragödie?
Pressler stellt mit ihrer Fassung klar, dass es sich nur um eines handeln kann: Ein Drama voller Intrigen und Schicksal.
Antonio, ein venezianischer Kaufmann, braucht dringend Geld, um seinem Freund in Liebesangelegenheiten zu helfen. Dieses leiht er sich bei dem jüdischen Pfandleiher Shylock, der aber eine Bedingung stellt. Sollte Antonio bis zum vereinbarten Datum das Geld nicht wieder zurückzahlen, darf sich Shylock ein Pfund Fleisch von seinem Schuldner herausschneiden.
Pressler erzählt die Geschichte weitläufiger als das Original, bietet einen authentischen Einblick in das älteste jüdische Ghetto der Welt und das Leben dessen Bewohner, sowie einer modernen, leicht verständlichen Sprache.
Ein fesselndes Werk, in dem sich das mutmaßliche Böse zum Opfer wandelt und das scheinbare Gute zum Täter. Ergreifend, spannend.
Bibogeprüft.

#1 Pete Johnson: Wie man seine Lehrer erzieht - Tagebuch eines Zockers

Pete Johnson : Wie man seine Lehrer erzieht - Tagebuch eines Zockers

“Möglichkeiten, um die Schule zu verbessern:
1.  Wir müssen nicht mehr an jedem Schultag etwas lernen. Das ist einfach unnatürlich.
2.  Die Unterrichtsstunden dauern nur noch zwanzig Minuten. Länger kann sowieso niemand einem Lehrer zuhören.
3.  Alle Lehrer stellen sich morgens nebeneinander auf und warten darauf, von den Schülern ausgewählt zu werden. Die Lehrer die keiner haben will, werden heimgeschickt und durch neue ersetzt.”

Harvey findet Schule soooo langweilig. Doch dann kommt ihm gemeinsam mit seinem besten Freund George DIE Idee. Wäre der Unterricht nicht viel spannender, wenn man so etwas wie eine Wette einbaut? Wie oft zuckt das Gesicht des neuen Vertretungslehrers und wie oft putzt der Mathelehrer sich innerhalb einer Stunde die Nase?
Schlagartig steckt die gesamte Klasse im Spielfieber, denn endlich macht Schule Spaß!
Möge das Glück mit euch sein!

Wo passt dieses Buch wohl besser hin als in die Bibliothek einer Schule. Jeder Schüler kennt das: Der Unterricht zieht sich länger als Kaugummi und nichts bewirkt, dass die Zeit schneller vergeht.
Daher empfiehlt das Biboteam euch diese Woche “Wie man seine Lehrer erzieht”, um euch die Zeit bis zu den Winterferien noch etwas mit Humor und kreativen Ideen zu versüßen.

Galerie

Schreibwettbewerb: "Ich schreibe, also bin ich."

Wenn es einen Vorlesewettbewerb an unserer Schule gibt, warum dann nicht auch einen Wettbewerb, bei dem man die Geschichten selber schreibt. Schreiben ist nicht nur eine unabdingbare Fähigkeit, um durch das Leben zu kommen, es öffnet dir Türen in deine eigenen, ganz persönlichen Phantasiewelten, hält sie fest. Gib dich nicht damit zufrieden, dass andere für dich schreiben - schreibe deine eigene Geschichte. Werde zum Schriftsteller, zu einem Autor. Und vielleicht findest du dann auch, dass Schreiben besser ist als Lesen. Glaubst du nicht? Probiere es aus!

"Traumtänzer"                "Morgenröte & Mondesnacht"

5.-7. Klasse                                           8.-12. Klasse              

 

Geschichte, Essay oder Rede, fiktional oder nicht - schreibt einen Text passend zu den oben stehenden Themen mit einem Mindestumfang von 400 Wörtern, nach oben sind euch keine Grenzen gesetzt.

Jeder von der 5. bis 12. Klasse darf teilnehmen. Achtet darauf, welches Thema auf eure Jahrgangsstufe zutrifft. Gerade das zweite Thema, "Morgenröte & Mondesnacht", wirkt nicht sonderlich leicht. Aber ob nun eine geheime Mission in einer Vollmondnacht oder ein verbotenes Treffen zweier Liebenden unter dem rot gefärbten Himmel des neuen Tages, eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Vielleicht klagt ein einsamer Wolf dem Mond sein Leid oder eine Stadt in den Wolken erwacht zum Leben, wenn das silberne Licht auf sie fällt.

Natürlich gibt es auch tolle Preise für die drei besten Texte zu gewinnen.

Abgabe: - bis zum 30. 04. 2020

               - handschriftlich oder mit Computer geschrieben und mit eurem Namen und Klasse               versehen

               - in das rote Fach der Bibliothek im Durchgang Haus 1/2, direkt in der Bibo oder per               Email über bibliothek@gymnossen.lernsax.de

In diesem Zeitraum gibt es in der Bibliothek das Angebot, ein Cover für euren Text zu gestalten und zu lernen, wie man diesen binden kann.

Sollte es noch Unklarheiten oder Fragen geben, wendet euch an das Biboteam.

Wir wünschen euch viel Spaß!

BUCH DER WOCHE: "Qualityland" von Marc-Uwe Kling

Wirf in den Kessel: ein Deutschland, eine Prise Qualität, jeden Science-Fiction-Roman, den du in deinem Regal finden kann, ein bisschen Kängeru, ein bisschen Irrwitz. Sprich den folgenden Zauberspruch: "Ok". Und tauche ein.

Qualityland steht für Qualität, das System macht keine Fehler, das System ist markellos, es ist perfekt!

Doch was ist, wenn das gar nicht stimmt? Peter Arbeitsloser ist Besitzer eines Gebrauchtwarenladens samt Schrottpresse in einer Welt, in der gilt: "Lieber ausmustern als ausbessern." ("Schöne, neue Welt" von Aldous Huxley). Da ist es kein Wunder, dass er ein recht ereignisloses Leben führt. Nachdem er mal wieder ein Level absteigt und ihn das System als Nutzlosen einstuft, schickt ihm TheShop einen rosa Delfinvibrator zu. Einen was? Das muss ein Fehler sein! Den wollte Peter garantiert nicht. Und schwupps, begibt sich Peter mit ein paar speziellen Freunden auf eine Reise, um das Missverständnis aufzuklären.

Mit genialen Charakteren und einem spitzen, teils unterschwelligen Humor schafft Marc-Uwe Kling einen vor Anspielungen nur so strotzenden Roman. Eine ganze Welt legt sich dem Leser zu Füßen, eine Welt mit orientierungslosen Autos, E-Poeten und rebellierenden Tablets. Man muss sich nur darauf einlassen, was einem bei dem zugänglichen, einfachen, aber fabelhaften Schreibstil Klings leicht fallen wird. Es lohnt sich! Ok? Ok.

Bibogeprüft

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag      7:20 Uhr - 15:30 Uhr

Freitag                                   7:20 Uhr - 14:30 Uhr