Wenn Schüler Theater spielen...

von SZ-Autor

Geschrieben von: Marie - Louise Jungnickel

Shakespeares Sommernachtstraum: Ein Chaos der Gefühle – ein Chaos war es, nicht nur eins der Gefühle. Zum Glück ging aber nur zur Generalprobe alles drunter und drüber, denn der Auftritt war absolut phänomenal.

Die Zehntklässler des Profils PKU präsentierten am 8. bzw. 9. Juni ihre Abschlussarbeit vor einem breiten Publikum. Mit Gesang, Schauspiel und wunderschönen Kostümen brachten die Jungen und Mädchen die Geschichte über mehrere verwirrte Liebende hammermäßig über die Bühne. Jeder fühlte sich angesprochen, denn - wie auch des öfteren betont wurde - Liebe ist ein Chaos, damals wie heute. Und auch für die kleineren hatten die Schauspieler sich etwas einfallen lassen, denn die Handwerker traten, begleitet mit dem allseits bekannten Lied von Bob der Baumeister, auf. "Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das!"
Und wie sie das geschafft haben.

Es ist wirklich eine beachtliche Leistung so ein kompliziertes Stück parallel zum Unterricht zu lesen, zu verstehen und dann auch noch eine Wagenladung Text auswendig zu lernen, wie uns Herr Isserstedt erklärte. Er als der "Theaterdirektor" fieberte das ganze Stück über mit seinen Schauspielern mit, als würde er selbst auf der Bühne stehen.

Aber auch hinter der Bühne war einiges los.
Katharina Mehner, die einen Handwerker spielte, sagte uns:
"Viele mussten sich zusammenreißen, dass sie nicht so laut quatschen, dass das Publikum alles Wort für Wort mithört, und die anderen mussten die "Quatscher" ausbremsen. Mitgefiebert haben wir auch, aber nur an "markanten" Stellen, wie die mit der sehr speziellen Elfe. Da standen alle auf einem Haufen, damit jeder etwas sehen kann. Sonst haben wir eher weniger mitgefiebert, im Gegenteil, Leute mit wenig Text und Bühnenauftritten haben sich teilweise sogar etwas gelangweilt, da man natürlich auch nicht so zuschauen kann, wie das Publikum. Auch als Souffleur bzw. Souffleuse wurden Leute eingeteilt, vor allem von Schauspielern, die wussten, dass der kommende Text eher weniger sitzt. Auf die Bühne zu gehen hat, soweit ich weiß keiner verpasst, man wurde nur ab und zu daran erinnert, dass man gleich dran ist, sodass wirklich nichts schief geht."
Des Weiteren erklärte sie, dass teilweise trotzdem etwas schief gegangen sei, was aber so überspielt wurde, dass es das Publikum nicht gemerkt hat und deshalb wird dazu auch nichts verraten ;)

Die kleinen Patzer zu überspielen, ist den jungen Schauspielern wirklich gut gelungen, was man auch dem Kommentar einer Zuschauerin entnehmen kann. "Es war genial und wunderschön.", sagte sie. "Hut ab für die Leistung der Zehntklässler, es war echt schade, dass nicht mehr Gäste da waren, denen ist wirklich etwas entgangen."

... und das obwohl es am Anfang super schwer war, die verwirrende Handlung erstmal verstehen zu können, wie uns Johanna Reuther, welche die Rolle der Titania spielte, erzählte. "Ich habe meinen eigenen Text teilweise nicht verstanden. Aber mit der Zeit hat man sich immer mehr in die Rolle herein versetzen können und es hat mega Spaß gemacht, so ein Stück selbstständig auf die Beine zu stellen."

Das Stück war wirklich unglaublich, und als es zu Ende war, folgten eine (oder auch mehrere) Verbeugungen, welche von Herrn Isserstedt eingezählt wurden.

Licht aus, der Vorhang fällt, und zum Abschluss gab es tosenden Applaus.

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