Landestreffen Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

von SZ-Autor

Geschrieben von Emma Bens

Wie können wir im Alltag couragiert handeln? 
Bin ich eigentlich rassistisch? 
Welche Privilegien habe ich?
 
Zum Ideenaustausch und auch der Beantwortung dieser Fragen haben sich Schüler aus ganz Sachsen am 31. August, bei dem alljährlichem Landestreffen von Schule ohne Rassismus Schule mit Courage (SoR SmC), im Dresdner Hygienemuseum versammelt. Auch unsere Schule war dieses Jahr durch drei Schülerinnen und eine Lehrerin vertreten.
 
Während ich noch gedanklich beim ersten Input „Rassistisch? Bin ich nicht. Oder doch?“  und der Antwort eines Vorsitzenden vom Courage Netzwerk „Ich bin so rassistisch wie die Gesellschaft“ festhing, kamen schon die nächsten Fragen dazu. Beim „Rasanten Vernetzen“ hatten wir die Möglichkeiten andere Schüler und Lehrer zu interviewen. Was denkt eigentlich ein Sechstklässler aus Bautzen oder eine Lehrerin aus Leipzig zum Thema Zivilcourage? 
Wir haben den Punkt erreicht zu sagen, dass wir zuallererst  bei uns selbst anfangen müssen, um nachhaltig etwas zu ändern. Es kann beispielsweise schon hilfreich sein, auf die eigene Sprache zu achten und ohne Vorurteile in den Tag zu gehen. Mit offenen Augen den Alltag wahrzunehmen, offensichtlich bedrückte Menschen nach ihrem Befinden zu fragen und Hilfe anzubieten, zählt unter Zivilcourage.

 

Auf die Frage „Welche Privilegien habe ich?“ reagierte ich zuerst verwirrt. Wir sind uns in den seltensten Fällen bewusst, was für Privilegien wir haben, doch wie sollen wir diese dann wertschätzen? Wir dürfen unsere Meinung frei äußern und selbstständig entscheiden, mit wem wir zusammen sein wollen oder wo wir leben wollen. Als Deutscher geboren zu sein ist ein Privileg und damit einher gehen auch ein sicheres Umfeld und freie Schulbildung. 
 
Für die meisten Schüler wird Schule leider zum Zwang, etwas, woran kein Weg vorbei geht. Aber Zugriff auf freie Bildung zu haben, ist ein großes Privileg.
Ich habe selten so vielfältige und  tiefgründige Antworten zu hören bekommen und das zu einem so aktuell-alltäglichen Thema, bei dem wir wohl alle noch etwas dazulernen können.
 
Es war interessant zu sehen, wie selbst so junge Schüler die Notwendigkeit von Courage im Alltag wahrnehmen. Für alle in diesem Raum schien es selbstverständlich zu sein, jemandem zu helfen und das Tun Anderer zu akzeptieren.
Nach einem bereits aufschlussreichen, gemeinsamen Vormittag konnten wir nach der Mittagspause an verschiedenen Workshops teilnehmen. Es war uns beispielsweise möglich, zwischen „Klassismus – Was ist das?“, „Interkulturelle Kommunikation durch Musik“, „Fragezeichen Islam – Muslimische Lebenswelt“ und anderen Themen zu wählen.
Ich habe mich für „Unsere SoR Gruppe schnarcht“ entschieden. Eine ziemlich merkwürdige Bezeichnung für einen so witzigen und aufschlussreichen Workshop, den ich mit vielen konkreten, anregenden Ideen als gewinnbringend empfand.
 
Das Netzwerk Courage hat uns an diesem Tag neue Anhaltspunkte geliefert, zum Nachdenken angeregt und uns die Möglichkeit gegeben, neue Kontakte zu knüpfen.
Wir haben uns bei dem Landestreffen mit einem Thema auseinandergesetzt, dem meiner Meinung nach eine wesentlich größere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte – Zivilcourage.
 

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