Hamlet - Die Aufführung

von SZ-Autor

Geschrieben von Amelie Kluge

„Sein oder nicht sein. Das ist hier die Frage.“

Naja, nein. Da waren viele Fragen doch weitaus essentieller, als unsere Gruppe das Theaterstück „Hamlet - Einer stirbt, alle sterben mit“ vorbereitete. Wir, das sind die Schüler und Schülerinnen der nicht ganz so feierlich getauften „Gruppe A“ des Künstlerischen Profils der zehnten Klassen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Nossen.

Am Anfang des Schuljahres trafen sich also alle Schüler dieses Profils und setzten als Thema Hamlet fest. Aufgrund von unterschiedlichen Ideen, wie man dieses Stück schauspielerisch darstellen kann und der großen Schüleranzahl, teilten wir uns in Gruppe A und Gruppe B.

Für uns war Frau Draßdo verantwortlich.

Hier noch schnell eine kurze Zusammenfassung von Shakespeares Stück „Hamlet“:

Der Vater Hamlets, König Dänemarks, wird von seinem Bruder, Hamlets Onkel Claudius, umgebracht. Nun kommt also Claudius auf den Thron. Als Hamlet nach Dänemark zurückkehrt, sucht ihn der Geist seines Vaters heim, weil dieser Rache für seinen Tod will. Das bringt Hamlet vom Regen in die Traufe. Und wie es bei Shakespeare oft so ist, sterben am Ende fast alle. Hupps...Achtung Spoiler?!

Ich entschuldige mich bei den Deutschlehrern für diese sehr radikale Abkürzung des Endes.

Ich empfehle das Lied „Hamlet“ von den Wise Guys für eine bessere Zusammenfassung des Stückes und für einem wochenlangen Ohrwurm.

In der 10. Klasse war also das große Projekt, ein Theaterstück aufzuführen.

Aber einfach nur Hamlet, so wie es im Buch steht, aufzuführen, wäre ja langweilig gewesen.

Doch um es anders umzusetzen, mussten wir es erstmal verstehen.

Nachdem wir uns durch den Wortsalat gefressen hatten, kam die Idee auf, dass man eine Rahmenhandlung einbinden könnte, in der ein Junge aus der heutigen Zeit vom Hamlet als Geist besucht wird. Dieser Junge heißt auch Hamlet! Schock, Horror! Nein, natürlich steckt da mehr dahinter. Die von uns sehr feierlichen getauften „junger Hamlet“ (Amelie Kluge) und „alter Hamlet“ (Leonie Bressel) gehen nun zurück in das 16. Jahrhundert und sehen sich an, wie Hamlets Leben zugrunde geht. Denn der junge Hamlet scheint vor dem selben Schicksal zu stehen, und der alte Hamlet versucht ihn von den Fehlern, die auch er begann, abzuhalten.

Mitgekommen? Ja, ich muss zugeben, das Konzept ist einfacher umzusetzen, als zu beschreiben. Aber kein Ding, wenn Sie nicht mitgekommen sind. Nach der Aufführung am 14.06.2018 kam heraus, dass eine unserer Schauspieler (deren Name hier mal unerwähnt bleibt) durchgehend durch das Jahr nicht wusste, worum es in ihrer Szene eigentlich geht. Und trotzdem legte sie ein super überzeugendes Schauspiel hin.

Nun ging es also an die Umsetzung. Zuerst Rollenverteilung. Puh, ich muss sagen, das war meiner Meinung nach einer der schlimmsten Hürden der Umsetzung. Hier Unzufriedenheiten, dort Rollen herausgestrichen, hier zu wenig Text, dort zu viel Text. Aber, wie man ja hoffentlich gesehen hatte, bekamen wir auch das hin.

Einige aus unserer Gruppe fertigten dann auch eine grafische Übersicht für den Schaukasten vor der Aula an, deren Namen ich hier lieber nicht aufzähle, denn ich befürchte ich würde mehr als die Hälfte vergessen.

Ich habe zugegebenermaßen in diesem Jahr die Sätze „Wir haben Zeitdruck“ und „Nein, so geht das nicht“, so oft wie noch nie gehört, doch möchte ich hier nochmal sagen, dass, auch wenn wir manchmal extremst lange und auch harte Diskussionen zu führen hatten, diese sich definitiv für das Endprodukt gelohnt haben.

Am Donnerstag, dem 14.06. war es dann also um 19 Uhr so weit. Aufführung. Wir waren alle auf der Skala des Lampenfiebers so zwischen Panik und Weltuntergang, aber, es war zumindest bei mir so, dass sobald wir mit unserem Lied begonnen hatten, ich vollkommen ruhig war und es unglaublich Spaß gemacht hat.

Mit den wundervoll gestalteten Flyer von Emily Dietrich und Nele König, wurde dem Publikum das Verständnis des Stückes noch deutlicher gemacht und die Resonanz der Zuschauer war großartig. Der Endsatz „Und Schweigen ist der Rest“ hat bei dem Applaus definitiv nicht gestimmt.

Schlussendlich war dieses Jahr meiner Meinung nach echt erfolgreich. Ich finde, wir haben nicht nur schon für den Deutsch-Leistungskurs vorgearbeitet, wir haben auch gelernt ein doch sehr heftig, aufwendiges Projekt auf die Beine zu stellen.

Danke an den Förderverein, für das Geld für die Kostüme, an Alexander Goldmann für die Technik, den 11. Jahrgang für das Catering, an alle die ich vergessen habe (und auch eine Entschuldigung natürlich) und ein sehr großes Dankeschön an Frau Draßdo, welche uns nun wirklich ein ganzes Jahr aushalten musste. Und wir waren alle samt keine einfache, aber hoffentlich eine letztendlich erfolgreiche Truppe.

Also dann

Finite Incantatem, bitches!

Ach ne, falsches Buch..

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