Wiedersehen nach einem halben Jahrhundert - Goldabsolvententreffen 2017

von SZ-Autor

Frau Baumgart (links) bei der herzlichen Begrüßung der Goldabsolventen.
Frau Baumgart (links) bei der herzlichen Begrüßung der Goldabsolventen.

Geschrieben von Caecilia Lucius und Fabian Möbius

Ein Wiedersehen nach einem halben Jahrhundert. Zum Goldabsolventreffen am 5. April trafen sich ehemalige Lehrer, die vor 50 Jahren am damaligen Institut für Lehrerbildung, welches heute unser Gymnasium ist, ihr Lehramtsstudium abschlossen.

Frau Baumgart, Fördervereinsvorsitzende, sagte uns, dass sie sich auf dieses Ereignis freue, den ehemaligen Lehrkräften eine Chance des Wiedersehens zu geben.

SZ-NEWS traf einige der Goldabsolventen und interviewte sie. Frau Sahlmann erzählte über ihre unvergessliche Zeit in Nossen.

SZ-NEWS: Woran können Sie sich erinnern, was heute genauso ist wie früher?

Frau Sahlemann: Der erste Eindruck lässt einen in Erinnerungen schwelgen. Gerade das Schulgelände, der Eingangsbereich und der Speiseraum sehen fast genauso aus, wie früher.

SZ-NEWS: Worauf freuen Sie sich am meisten?

Frau Sahlemann: Eigentlich auf das Zusammentreffen, ob wir alle wieder erkennen, denn sind 50 Jahre kein Pappenstiel.

SZ-NEWS: Hat man über die 50 Jahre Kontakt gehalten?

Frau Sahlemann: Früher haben wir uns alle fünf Jahre getroffen, in letzter Zeit kommen wir jedes Jahr in Dresden zusammen. Heute sind wir aber hier und sind sehr gespannt wie sich die Einrichtung verändert hat. Gerade historische Bibliothek und die Aula, die ja noch im alten Glanz erstrahlen soll, interessiert uns sehr.

SZ-NEWS: Was fällt ihnen zuerst an, wenn Sie an ihre Ausbildung denken?

Frau Sahlemann: Es war einfach nur schön, wir hatten viel Spaß. An den Sportunterricht kann ich mich auch noch gut erinnern. Gerade wenn es um sportliche Wettkämpfe ging, waren wir immer voller Energie.

SZ-NEWS: Sind die Eifrigsten aus ihrer Lehrerausbildung auch die, die jetzt immer alle Klassentreffen organisieren?

Frau Sahlemann: Nein, bei uns wird die Organisation aufgeteilt. Jeder war bei uns schon einmal mit der Planung dran. Das funktioniert auch recht gut.

SZ-NEWS: Hören oder lesen Sie ab und zu vom Geschwister-Scholl-Gymnasium?

Frau Sahlemann: Ja, ich höre sehr viel. Mein Mann hat hier mal gearbeitet am Institut.

Ein halbes Jahrhundert „Lehrersein“ - Frau Willkommen, Herr Riede und Frau Sahlemann (v.l.n.r) erzählen über ihre damalige Zeit.
Ein halbes Jahrhundert „Lehrersein“ - Frau Willkommen, Herr Riede und Frau Sahlemann (v.l.n.r) erzählen über ihre damalige Zeit.

Doch nicht nur Frau Sahlemann und ihre Kolleginnen waren besonders aufgeheitert. Einen Tisch weiter saßen mehrere Dresdner Grundschullehrerinnen, die mindestens genauso aufgeregt waren. Im Gegensatz zur ersten „Lehrergruppe“, sah sich diese jetzt zum ersten Mal nach 50 Jahren wieder.

Äußerst aufgeregt – diese Dresdner Lehrerinnen sahen sich zum ersten Mal nach 50 Jahren wieder.
Äußerst aufgeregt – diese Dresdner Lehrerinnen sahen sich zum ersten Mal nach 50 Jahren wieder.

Auch in diese lustige Runde setzten wir uns und löcherten die Pädagogen mit unseren Fragen. Sie erzählten uns von ihren Erinnerungen und über das lustige und zugleich anstrengende Schulleben. Auf die Frage hin, was sie an ihre Zeit am Institut für Lehrerbildung erinnert, und was früher genauso war, wurden die historischen Gebäude und der Speiseraum genannt. An die Treppe, die zum jetzigen Bildungszentrum Yixue führt, welches  früher das Internatsgebäude war, könne man sich noch entsinnen.

Die Ausbildungszeit sei anspruchsvoll aber auch schön gewesen. Besonders an eine Sache könne man sich erinnern: das vierwöchige Kartoffeleinsätzen. Sie waren sich alle einig: „Das war doch herrlich, ein richtiges Abenteuer!“ Doch warum ist die Kartoffelernte abenteuerreich? Mit einer Antwort zögerten sie nicht: „Jedes Jahr durften wir nach Boizenburg, das lag ganz nah an der innerdeutschen Grenze in Mecklenburg-Vorpommern. Das war immer sehr aufregend. Unsere Pässe mussten wir abgeben und bekamen einen Passierschein für die Zone. Wir waren stolz, da wir als Lehreranwärterinnen das Sonderprivileg hatten. Doch natürlich nahm der allgemeine Schulalltag einen großen Anteil an unserer Ausbildung ein.“ Auch hier konnte man sich besonders an den Sportlehrer Herr Christmann erinnern. „Er war sehr engagiert aber auch Streng. Wenn man verschlafen hatte, holte er uns persönlich aus den Betten. Das durfte aber auch nur er.“ Es sei keine Seltenheit gewesen, dass die Schule von sieben Uhr morgens bis nachnmittags 16 Uhr gin, auch Sonnabends. Um sich also mehr Freizeit zu verschaffen, wurden Hausaufgaben systematisch erledigt und anschließend „von Zimmer zu Zimmer“ weitergereicht.

Doch mit mehr Freizeit schaffen, war es nicht getan: „Wir waren ja im ersten Jahr noch nicht volljährig. Deswegen mussten wir uns immer abmelden, wenn wir das Internat verließen. Da kam es auch mal vor, dass man den Weg durch das Fenster wählte.

Danach verabschiedeten wir uns von den Goldabsolventen und wünschten viel Spaß bei dem Programm in der Aula und dem Schulrundgang.

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