Ersatzgeschwächt zur Qualifikation

von Robert Pfeifer

Ersatzgeschwächt zur Qualifikation – wie drei Mädchen über sich hinauswachsen

Wir schreiben Freitag, den 26.02.2016.
Es ist kurz nach halb Acht und die erste Nachricht, die mich im Foyer der Sporthalle erreicht ist, dass noch ein zweites Mädchen unserer Volleyballmannschaft erkrankt ist, die zweite Nachricht: Stella Haraschta kann kurzfristig einspringen.
So ist die Mannschaft mit Celina Winkler und Lilly Kiesow komplett und wir können mitspielen, aber haben keine Wechselmöglichkeit.
Zustimmendes Nicken von unserem Volleyballtrio – wir halten durch.
Also auf geht’s nach Freital zum Regionalfinale Volleyball der Wk IV, genauer zum Weißeritz-Gymnasium – übrigens die Schule, an der unsere jetzige stellvertretende Schulleiterin vorher tätig war.
Pünktliche Ankunft und auch das Turnier startet genau nach Zeitplan.
Vor den Mädchen stehen vier Spiele gegen die Mannschaften aus Sebnitz, Altenberg, Dresden und Riesa.
Das erste Spiel ist nicht lange Findungsprozess, die Mädchen sind schnell aufeinander eingestimmt und Lilly regelt während der Begegnung als Mannschftskapitän das Feldgeschehen.
Mir bleibt vom Rand die Motivationsrolle und immer wieder der Hinweis auf die Wichtigkeit des ersten Aufschlags.
Und schon rufe ich impulsgebend: ERSTER Aufschlag!
Nicht jeder geht wirklich über das Netz, doch die Mädels steigern sich von Ballwechsel zu Ballwechsel.
Es steht 2:0 nach Sätzen für unser Gymnasium nach dem Spiel.
Das Bergstadtgymnasium Altenberg kommt auf unser Spielfeld und unsere „3“ spielen auch gegen diese Mannschaft mit 2-Satz-Sieg, es steht 4:0 für Nossen.
Die Dresdnerinnen auf dem anderen Spielfeld machen ihre Sache nicht schlechter, auch für sie steht es 4:0. Das ist unser nächster Gegner.
Lilly und Celina kennen einige von ihnen und wissen um deren Stärke: Wir verlieren immer gegen die bei anderen Turnieren.
Meine Antwort: Heute nicht!
Und was ich bisher gesehen habe, machen die auch eine Menge Fehler.
Dann ist es soweit.
Die Mannschaften stehen sich gegenüber und das Spiel beginnt.
Schnell spielen wir einem 4-Punkte-Vorsprung hinterher, doch die „3“ bleiben dran.
Und wie.
Sie lassen sich nicht abschütteln, da ist weiterhin Steigerung im Gange.
Die Auszeiten nehmen die anderen und das betone ich unseren Mädchen gegenüber, dass wir unser Spiel machen und uns durch nichts ablenken lassen.
Noch näher kommen sie an die Dresdner heran und promt nehmen die eine zweite Auszeit, können aber nicht wirklich souverän den ersten Satz gewinnen.
„Der zweite Satz ist euer Satz“, gebe ich den „3“ mit auf den Weg.
Und ich sage euch oder dir oder Ihnen, sie holen sich den zweiten mit sportlicher Höchstleistung.
Die „Angstgegner“ sind nach ihren Auszeiten nicht wirklich gestärkt zurück, machen ihre Fehler.
Nun steht es 1:1, dritter Satz bis 15. Die „3“ spielen auf Augenhöhe mit den Dresdnern, wirken jedoch konzentrierter und vieles gelingt.
Knapper geht nicht 14:14.
Wer behält die Nerven?
Unsere Mädchen holen sich mit 15:14 den Satz-und Spielball, Aufschlag, Fehler von den Dresdnerinnen und Sieg mit 16:14.
Damit steigen die „3“ zur Favoritenmannschaft auf.
Ich muss erst einmal losrennen und eine kleine Seelenstärkung holen, die Mädchen haben sich das verdient.
Aber die Schokoladenkringel gibt es erst nach dem letzten Spiel.
Doch auch Riesa nehmen wir ernst und spielen unser Spiel konzentriert und denken an den ersten Aufschlag.
Ohne Schnörkel kommt das 1:0, nun trennt nur noch ein Satz vom Turniersieg.
Und ein bisschen ist die Luft raus, meine ich wahrzunehmen – kein Wunder, ohne Auswechslung gespielt. Ein letzter Motivationsschub wandert über Seitenlinie und Lilly, Celina und Stella bringen mit komfortablem Vorsprung den letzten Satz zu Ende.
TURNIERSIEG!
LANDESFINALE!
Und noch dazu beste Spielerin des Turniers aus unserer Mannschaft: CELINA! Ich danke LILLY für ihre hervorragende Arbeit als Mannschaftsführerin.
Ich danke STELLA für ihre spontane Zusage und ihren Eltern für die Unterstützung, denn das war die Voraussetzung für die Teilnahme.
Herzlichen Dank auch an die Trainerin der „3“, Frau Schnobl vom Nossner SV, die in beispielhafter Weise die Mädchen technisch vorbereitet und auf Wettkämpfe eingestellt hat.
Danke auch an Herrn Rosetz, der die Mädchen noch von Freital abholte und das Siegerfoto schoss.
Ein schöner Freitag der 26.2.2016.
Sport frei.

Peter Adler, Begleiter, das "Ich" im Text

Zurück