Ein Jahr unter Zauberern und Yetis

von Robert Pfeifer

FSJ-Kultur - was ist das denn?

Mitnichten kann ich behaupten, dass meine Wenigkeit gleich Gilderoy Lockhart „Ein Jahr bei einem Yeti“ verbracht hat, jedoch mag mein bisheriges Dasein als FSJ-Kultur'ler nicht minder ereignisreich, inspirierend, mitunter chaotisch, jedoch stets spannend genannt werden, auch wenn meine magischen Fähigkeiten dem eines Eislöffels entsprechen dürften und meine Reisen sich auf die hiesigen Gegenden beschränken.
(Randbemerkung: Um ihm, in gebotener Kürze versteht sich, die angemessene Ehre zu erweisen, so ist Gilderoy Lockhart, er möge jenen verzeihen, die seinen Namen nicht mit der Muttermilch eingesogen haben, eine berühmte Figur, entsprungen aus den phantasiereichen Gehirnwindungen der nicht minder berühmten Schriftstellerin und Bestsellerautorin J.K. Rowling.)

Ich erwähne und baue in diesen Text eine Romanfigur ein und Sie mögen sich nun verwirrt fragen: Warum? - Berechtigterweise!
Auch mögen Sie unter Umständen und durchaus erwünscht nachhaken: Welch Geschöpf mag sich hinter dem mysteriösen Namen „FSJ-Kultur'ler“ verbergen? - Abermals: Berechtigterweise.
Genau diese Fragen sollten Sie sich auch unbedingt stellen, denn eventuell könnte gerade für Sie dieses FSJ-Kultur noch wichtig oder gar wegweisender Ausflug in ein Abenteuer werden, das Ihr Leben von Grund auf verändern könnte oder besser ausgedrückt: mit Sicherheit verändern wird.
Ob nun im Negativen oder im Positiven, bereichern wird es allemal.
Viele kennen das FSJ und sagen: “Ja kenn' ich. Freiwilliges Soziales Jahr. So in Kindergärten arbeiten oder in Krankenhäusern, bei Pflegediensten und Co.“

Aber Achtung, aufgemerkt: Es gibt nicht nur diese Art sozialen Engagements in der Gesellschaft, welches uns, jenen Jugendlichen, die wir teilweise noch orientierungslos, doch nichtsdestotrotz neugierig und interessiert durch das so frisch erworbene freie Leben, abseits der Schulbank wandeln, angeboten wird.
Wir FSJ-Kultur'ler arbeiten, welch Überraschung, in Kultureinrichtungen, wie etwa Theatern, Opern, Operetten, Museen und zahlreichen anderen Kulturhäusern oder eben, wie in meinem Falle, in Bibliotheken, welche für Groß und Klein, kulturelles Erbe und Lebensgefühl beherbergen, um, wie ich, dieses zu organisieren, zu ordnen und mitunter recht farbenfroh und wild zu präsentieren.
Hier nun sei erwähnt, dass meine Einsatzstelle in diesem Jahr das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Nossen ist.
Mich erwarten an diesem bücherreichen Ort Tag für Tag neue Erlebnisse und Eindrücke, nicht zuletzt, da diese ehrwürdige historische Bibliothek sich ja, wie zu vermuten war, in einer Schule befindet und Kinder, welche die größte Zahl der Besucher dieses Arbeitsplatzes darstellen, eben recht unberechenbar und ungemein „experimentierfreudig“ sind.
Meine Aufgaben beschränken sich fürwahr nicht nur auf das Ausleihen von literarischen Werken und Bändigen vorwitziger Kindernasen, nein, auch darüber hinaus bin ich recht oft im Hause unterwegs, um hier und da hilfreich zur Hand zu eilen.
Die magischen Worte lauten: Kommunikation, Kooperation und ein Quäntchen Mut eigene Ideen und Interessen vorzutragen und so steht Hospitationen oder spannenden Projekten nichts mehr im Wege.

L.K.A. Ehret

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