"Die Deiche Vater,sie taugen nichts!"

von Robert Pfeifer

Alle Schüler der Jahrgangsstufe 8 behandeln die Novelle „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm.
Zufälligerweise fand am 12.05.2015 in unserem Kloster Altzella eine Aufführung der Theaterversion eben dieser Novelle statt.
Die Schauspieler kamen von den Landesbühnen Sachsen.
Die Novelle wurde von Peter Kube modern interpretiert und war Grundlage für die Fassung von Jahen von Düffel.
Das Theaterstück regte jeden Schüler zum Nachdenken und Grübeln an.
Jeder konnte sich eine eigene Meinung bilden.
Das Zusammenspiel zwischen moderner Schauspielkunst und markanten Zitaten aus der, mehr als 100 Jahren alten, Novelle passten sehr gut zusammen.
Wir waren so von dem Stück gefesselt, dass wir diese Zitate manchmal vor uns hin murmelten.
Das Bühnenbild war eher schlicht gestaltet, was aber nicht von Nachteil war, denn das bewirkte, dass wir uns viel mehr auf die Schauspieler und das Stück konzentrieren konnten.
Die Schauspieler waren fantastisch.
Gerade Ole Peters, der Kontrahent der Hauptperson Hauke Haien, stand so vor uns , wie man sich beim Lesen diesen grobschlächtigen Widersacher vorgestellt hatte.
Die Schauspieler schafften es, dass wir uns so fühlten, als ob wir in dieser Novelle mittendrin steckten.
Dazu kam noch, dass die Bibliothek des Klosters, welche der Aufführungsort des Stückes war, von den Schauspielern optimal in das Schauspiel eingebunden wurde.
Der Saal passte an sich schon perfekt zur Aufführung, da in der Klosterbibliothek eher eine kühle Atmosphäre herrschte, passend zu den im Norden liegenden Halligen, wo ein rauer Wind bläst und wo es kühl und eisig sein kann.. Ich glaube, dass sich der Regisseur nicht ohne einen Hintergedanken das Kloster wählte, dass er vielleicht auch diese kalte Stimmung schaffen wollte, denn die folgenden Aufführungen finden auch in Kirchen statt, weil der Regisseur die Zuschauer mitten in die Handlung führen möchte.
Was uns aber ebenfalls beeindruckte, waren die passenden Geräusche.
Man hatte das Gefühl, dass der Sturm draußen an den Fenstern drückt.
Die Theaterleute leisteten ganze Arbeit, so authentische Geräusche haben wir bei einem Theaterstück noch nie wahrnehmen können.
Das Stück war in sich stimmig und durchaus sehenswert.
Die einzige Kritik, die wir haben, ist dass der Schluss, als der Deich bricht, zu abrupt ist.
Wir fänden es schöner, wenn das Ende noch ein wenig mehr ausgeschmückt werden würde.  Es wirkte etwas abgehackt.
Das Stück ging 90 Minuten und war zeitlich gesehen genau richtig.
Der Regisseur hatte sich schöne Szenen ausgesucht, welche er in das Stück einbringen wollte, denn die ganze Novelle schauspielerisch nachzuspielen wäre aus Zeitgründen nicht möglich gewesen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es ein gelungener Tag war und dass wir uns die Novelle von Theodor Storm gerne auch ein zweites Mal anschauen könnten.
Das Stück wird noch zweimal in verschiedenen Kirchen in der Umgebung aufgeführt.
Gerne kann man sich auf den Websites der Landesbühnen über das Stück erkundigen.
Vielleicht können auch weiterhin auf diese Weise Bücher zum Leben erweckt werden.

Fabian Möbius und Katharina Hoffmann (8/4)

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