Chorlager 2015

von Robert Pfeifer

Gute Laune und immer ein Lied auf den Lippen...
unser 5. Chorlager in Sayda

„Alle Jahre wieder…“ fahren wir ins Chorlager nach Sayda ins weihnachtliche Erzgebirge.
Auch dieses Jahr war es nicht anders als in den vergangenen vier Jahren.

Am 2. Dezember reisten fast 80 Chorsängerinnen und Chorsänger zusammen mit Frau Chill, Frau Broggio, Frau Schlönvogt und Herrn Isserstedt in die uns gut vertraute Jugendherberge.
Mittwoch früh trafen wir uns hochgradig gut gelaunt in unserem Speiseraum.
Nach einem kurzem „Hallo“ und „Wie geht’s dir“ stiegen wir in den Bus.
Herr Gründer, unser altbekannter Busfahrer, chauffierte uns in den verschlafenen, fast schon märchenhaften Ort Sayda.
Dort angekommen bezogen wir - nicht so wie es auf normalen Klassenfahrten üblich ist ( hektisch, aufgeregt und panisch vor Angst davor, nicht das schönste zu bekommen) - diszipliniert unsere Zimmer.
Es verstrich nicht viel Zeit, bis wir uns zum ersten Mal in unserer Probenhalle trafen, und wir einen kleinen Einblick bekamen, was wir alles Schönes und noch viel Schöneres singen werden.
Nach dem Mittagessen und ein wenig Freizeit hieß es dann für alle Üben, Üben und nochmal Üben.
Frau Chill und Frau Schlönvogt übernahmen den Männer- und Frauenchor.
Frau Broggio war für die Nachwuchsförderung, den Kinderchor, der dieses Jahr erst neu entstanden ist, verantwortlich.
Für den ersten Abend organisierte uns die Chorleitung eine Disco.
Eine Abwechslung von den oft anstrengenden Chorproben.
Nach dieser lustigen und energiezehrenden Einlage waren wir alle ausgepowert und ein wenig müde.

Am Donnerstag sahen wir uns alle zum Frühstück wieder und bemerkten, dass unsere Klassenkameraden jetzt schon, im besten Fall höchst konzentriert, im Unterricht saßen.
Wir hegten ein bisschen Schadenfreude.
Doch die verging den meisten nach der Ansage von Herrn Isserstedt, dass wir uns in einer halben Stunde zur großen Probe treffen werden, denn dann mussten auch wir höchst konzentriert bei der Sache sein und uns bemühen, die richtigen Töne zu treffen.
Die Proben machten uns meistens sehr Spaß.
Jedoch hatten wir von den Liedern dann doch langsam genug, nachdem wir jedes Stück gefühlt 1000 Mal gesungen hatten und es jedem aus den Ohren „raussang“.
Doch wir ließen uns die Stimmung nicht nehmen.
Wir freuten uns alle auf das Nachmittagsprogramm - die Fahrt in die Weihnachtsmetropole schlechthin: Seiffen.
In kleineren Gruppen durften wir uns frei auf dem Weihnachtsmarkt bewegen.
Viele besuchten die Seiffener Kirche, die nach dem Vorbild der Frauenkirche errichtet wurde, wie man uns in der Kirche erzählte.
Als Choristen war es uns auch nicht verwehrt, etwas in Seiffen zu singen.
Dies taten wir mit voller Stimme.
Wir hatten das Gefühl, dass den Leuten unsere Lieder gefielen und wir so ein kleines indirektes Lob (auch in barer Münze) bekamen.
Am Abend fuhren wir, mit etlichen gebrannten Mandeln im Magen und dem ein oder anderen Weihnachtsgeschenk für Eltern oder Großeltern unter den Armen, in die Unterkunft zurück.
Mit lustigen Partyspielen ließen wir den Tag ausklingen.
In den vorherigen Jahren konnten wir die Jugendherberge ganz für uns allein in Beschlag nehmen.
Doch dieses Jahr war es anders. Donnerstagabend reiste ein anderer Chor aus der Nähe von Stuttgart an. Wir als neugierige Sänger wollten natürlich wissen: Wer? Wie gut? Besser als wir?!
Deswegen scheuten wir uns nicht den Chorleiter anzusprechen.
Er erzählte uns, dass er einen Mädchenchor leitet und dass sie vor kurzem eine CD aufgenommen haben.
Das versetzte uns erst einmal in Staunen.
Wir luden ihn zu unserer letzten Probe am Freitag ein.

Am Freitag spielten und sangen wir noch einmal alle Stücke und Werke, die wir in den letzten Tagen einstudiert hatten.
Der Kinderchor hörte unsere Lieder und wir hörten die Lieder des Kinderchores.
Es war schön zu sehen, oder besser zu hören, was wir alles so geschafft hatten.
Auch von vielen Stimmen aus dem Kinderchor waren wir sehr erstaunt und verblüfft.
Sogar der Chorleiter aus Stuttgart kam mal vorbei hören.
Wir sangen das Lied, was wir am besten konnten und versuchten dies möglichst perfektioniert zu tun.
Als wir fertig mit Singen waren, gab es von ihm einen großen Applaus.
Er sagte uns, dass er schon viele Schulchöre gesehen habe und dass es bei keinem anderen Schulchor so professionell klingt.
„Man merkt Ihren Chor nicht an, dass es ein Schulchor ist“, sagte er Frau Chill.
Insgeheim freuten wir uns und unser Selbstbewusstsein, welches beim Singen unverzichtbar ist, wuchs ein kleines bisschen.
Nachdem wir es also dem Stuttgarter Chor gezeigt haben und einen herzlichen Dank an die Jugendherberge ausgesprochen haben, reisten wir dann schließlich singend ab.
Drei wunderschöne, auch anstrengende Tage lagen hinter uns.

Chorlager?! ...gerne wieder!

Fabian Möbius

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